Mainburger Handballer beenden Negativserie durch unglaubliche Schlussoffensive

Michael Fischbäck verwandelt in letzter Sekunde entscheidenden Strafwurf

In unseren annähernd 50 Jahren als Spieler, Trainer oder Funktionäre haben wir so etwas noch nicht erlebt, waren sich die Co-Betreuer Siegfried Weingartner und Martin Möser einig. Wenn man 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit 4 Toren im Rückstand liegt und dann noch mit dem Schlusspfiff ein Unentschieden schafft  ist das auch im Handball etwas Außergewöhnliches  und spricht absolut für die intakte Moral und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.

Nach acht verlorenen Spielen in Folge und einem Abrutschen auf Platz 10 der Tabelle wollte das Team von Coach Tuce Hadzidulbic im ersten Rückrundenspiel gegen den Mitaufsteiger und aktuellen Tabellenfünften, die HSG Dietmannsried unbedingt die Wende schaffen. Erstmals nach langer Zeit konnte der Mainburger Trainer wieder auf seinen kompletten Kader zurückgreifen und trotz der klaren 14:21 Hinspielniederlage ging man optimistisch in die Begegnung. Aber von Beginn an zeigte die Truppe aus dem Allgäu, dass sie zu Recht ganz oben in der Tabelle mitmischen und mit schnellem und variablen Spiel und bedingt durch einige Fehler in der Chancenverwertung der TSV`ler lagen die Gäste nach 10 Minuten bereits mit 5:2 in Front. Aber Spenger und Co liessen den Rückstand nicht, wie zuletzt sehr häufig, weiter anwachsen. Vor allem der Mainburger Rückraumbomber, Jan Klaus, sorgte mit teilweise spektakulären Treffern immer wieder für den Anschluss. Man hatte im Verlauf dieser ersten 30 Minuten häufiger die Möglichkeit den Rückstand zu verkürzen oder auszugleichen, aber dann schlichen sich immer wieder einfache Fehler im Angriffsspiel der Hausherren ein, die die Gäste eiskalt auskonterten. So lagen dann auch die Hopfenstädter beim Halbzeitpfiff des Schiedsrichtergespanns Geissler/Polz mit 9:12 weiterhin mit drei Treffern im Rückstand.

Und dieser Rückstand blieb auch die nächsten 10 Minuten konstant, dann kassierten die Mainburger eine nicht nachzuvollziehende Zeitstrafe für Dominik Joekel und diese 2 minütige Überzahl nutzten die Gäste bis zur 45ten Minute um durch ihren erfolgreichsten Angreifer Yannik Haas bis auf 18:13 davonzuziehen. Auf den wieder einmal sehr gut gefüllten Rängen der MS-Halle machte sich bereits eine gewisse Resignation ob der drohenden Niederlage breit. Und in der Folgezeit schafften es die TSV’ler auch nicht wirklich näher heranzukommen, sei es durch eigene Fehler, sei es durch Schiedsrichterentscheidungen die man so nicht nachvollziehen konnte, es blieb bis zu oben besagter 59ten Minute bei einem 4-Tore Rückstand der Gastgeber (19:23) und nach allem was man im Handball gesehen hatte schien die Partie für alle in der Halle gelaufen. Aber nicht für Mainburger Spieler, als Michael Fischbäck 80 Sekunden vor dem Ende nervenstark einen Strafwurf verwandelte schien irgendwie noch einmal ein Ruck durch das Team zu gehen. Man setzte jetzt alles auf eine Karte und agierte mit einer fast offenen Manndeckung. Bereits in den Minuten davor versuchten die Gäste nur noch die Zeit herunterzuspielen und fühlten sich als der sichere Sieger und plötzlich wurden sie immer nervöser. Als dann Thomas Voves und Marius May innerhalb von 30 Sekunden den Rückstand auf ein Tor minimierten kochte die Halle regelrecht. Aber es waren nur noch 30 Sekunden zu spielen und Dietmannsried hatte immer noch alle Trümpfe in der Hand, aber dann verloren sie 15 Sekunden vor dem Ende noch einmal den Ball, kassierten 2 Minuten wegen Behinderung  und die Hadzidulbic Schützlinge konnten noch einen Spielzug bis zum Schlusspfiff durchführen. Tobias Spenger wollte in die frei werdende Lücke stoßen und konnte nur noch durch ein Foul im Wurfkreis gestoppt werden, dass mit einem 7m-Strafwurf geahndet wurde. Die Anspannung in der Halle war körperlich spürbar als sich Michael Fischbäck selbstbewußt den Ball griff und mit dem Schlusspfiff den Strafwurf verwandelte und den Mainburgern einen nicht mehr geglaubten Punkt rettete. Anschließend brachen bei den Spielern alle Dämme und ein schier unglaublicher Jubel ging durch die Halle, da sich dieses Remis wie ein Sieg anfühlte.

Das war ein Punktgewinn den sich mein gesamtes Team durch unglaubliche Moral und Kampfgeist verdient hat und der mich unheimlich stolz und zuversichtlich für die kommenden Aufgaben macht, so der überglückliche Mainburger Coach

Aufstellung/Tore: Hannes Möser und Marek Slouf (Tor), Florian Möser (1), Dominik Joekel, Lukas Schmargendorf (2), Christoph Würfl, Alex Rieder, Fabian Kuhns, Michael Fischbäck (3/2), Marius May (4), Tobias Spenger, Daniel Mannel, Jan Klaus (7) und Thomas Voves (6/1)

 

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